Informierten gestern über die Zukunft des Frauenfussballs (v.l.): Markus Kaiser (Vizepräsident USV), Selina Ruckstuhl (Nationaltrainerin U16/U19), Andreas Kollmann (Präsident FC Ruggell), Julia Oehry (Verantwortliche USV), Petra Gall (Verantwortliche FC Schaan), Celine Schapper (neue FF12-Trainerin), Marco Oehri (Verantwortlicher FC Ruggell). (Foto: Paul Trummer)

Stützpunkt Nord als Grund­pfeiler für erfolgreichen Mädchenfussball

Frauenfussball Die künftige Zusammenarbeit der drei Vereine Ruggell, Schaan und Eschen/Mauren als «Stützpunkt Nord» soll ein erster Schritt für eine langfristige Lösung im Mädchenfussball sein. «Die ideale Lösung für jede Spielerin hat oberste Priorität», sagt Selina Ruckstuhl, Trainerin der U16- und U19-Frauennationalmannschaft.

Von Manuel Moser (Liechtensteiner volksblatt)

Präsident des FC Ruggell Andreas Kollmann, der eine der treibenden Kräfte war bei der Umsetzung des neuen Mädchenfussball-Projekts, brachte es an der gestrigen Informationsveranstaltung auf den Punkt: «Bisher war es so, dass der Verein für die Mädchen entschieden hat, wo sie trainieren oder spielen. Nun sollen die Mädchen entscheiden und wir versuchen, ihnen ein geeignetes Gefäss zu bieten.»
Das neue Gefäss, das Kollmann anspricht, nennt sich «Stützpunkt Nord». Eine Zusammenarbeit der drei nördlichsten Fussballvereine Liechtensteins aus Schaan, Ruggell und Eschen/Mauren. Grund für den Zusammenschluss ist die Tatsache, dass es immer wieder Mädchen­teams gab mit zu wenigen Spielern, die dann auf den Nachbarverein ausweichen mussten oder ganz aufgehört haben. Dieses Problem wollen die drei Vereine nun in Zusammenarbeit mit dem Liechtensteiner Fussballverband (LFV) lösen. «Ruggell wird den administrativen Teil übernehmen, letztlich sollen aber alle drei Vereine auf Augenhöhe agieren», führt Selina Ruckstuhl, Nationaltrainerin der Liechtensteiner U16- und U19-Frauenmannschaft.

Zwei neue Teams

Ab kommender Saison wird es gemäss dem Schweizer Fussballverband (SFV) kein B-, C-, und D-Juniorinnen mehr geben, sondern es werden wie bei den Knaben eine Art U-Mannschaften eingeführt. Mit der FF19, FF15 und FF12 wird es drei Altersklassen geben (siehe Kasten). «Angedacht ist, dass wir auf die nächste Saison hin eine FF15 und eine FF12 Mannschaft stellen. Falls der Anstrum grösser ist, sind auch mehrere Teams denkbar», führt Ruckstuhl aus. Das Team wird sich dann aus Spielerinnen der Vereine Schaan, Ruggell und dem USV Eschen/Mauren zusammensetzen. «Wichtig ist», wie Ruckstuhl betont, «dass jedes Mädchen einen Stammverein hat.» Gespielt werde dann aber im neuen Trikot des «Stützpunkts Nord». «Dort wird das LFV-Frauenlogo mit dem Vermerk des Stützpunkts drauf sein», erklärt Ruckstuhl.
Während es ab dem Jahrgang 2009 nun also reine Mädchenteams geben soll, wird im Bereich Kinderfussball weiterhin in gemischten Teams gespielt. «Die Mädchen, die weiterhin mit den Jungs zusammenspielen wollen, dürfen das natürlich. Wir wollen ihnen einfach die Möglichkeit bieten, bei einer reinen Mädchenmannschaft dabei zu sein», führt Ruckstuhl weiter aus.

Nächster Schritt: Stützpunkt Süd

Neben der Frauen-Nationaltrainerin zeigte sich auch Kollmann zuversichtlich, was das Projekt angeht. Er sei überzeugt davon, dass es klappt. «Das wird eine gute Sache und die Mädchen können sich so entwickeln und später dann auch in den Nationalteams dabei sein.» Zudem sei bereits für beide neuen Teams ein Staff zusammengestellt worden. Die FF15-Mannschaft wird von Marco Blumenthal gemeinsam mit Laura Jud geleitet, bei der FF12 hat Nationalspielerin Celine Schaper das Zepter in der Hand.
Und Kollmann ging gar noch einen Schritt weiter. Die Idee vom Stützpunkt Nord sei eigentlich, dass es künftig auch einen solchen im Süden des Landes, mit Triesen, Triesenberg, Balzers und Vaduz geben solle. «Das wäre dann die nächste Stufe. Und genau mit diesen Massnahmen wollen wir den Mädchenfussball in Liechtenstein weiterentwickeln.»