Meisterschaft 1. Liga

von Herbert Marxer

 

USV PATZT IM RENNEN UM EINEN AUFSTIEGSRUNDENPLATZ

Im Sportpark konnte der Erstligist USV Eschen/Mauren gegen Thalwil seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden (1:1) und vergab damit wohl endgültig die Chance auf einen Aufstiegsrundenplatz.

Dabei begann die Partie für die Unterländer gut, denn bereits nach fünf Minuten hatten Ospelt und Gadient zwei sogenannte Hundertprozentige auf dem Fuss, konnten aber nicht reüssieren. Es schien nur eine Frage der Zeit bis das Führungstor für die Unterländer fallen sollte. Doch nach rund einer Viertelstunde war vom Sturmlauf der Unterländer nichts mehr zu sehen. Die Mannschaft agierte überhastet, hatte viele Ballverluste und liess sich viel zu oft in die eigene Platzhälfte zurückfallen.

Unerwartetes Führungstor für den USV

Das Führungstor für den USV kam deshalb überraschend. Kühne, der auffälligste Spieler im Angriff, wurde von Omerovic nach einer halben Stunde im Sechzehner von den Beinen geholt, worauf der Schiedsrichter sofort auf Elfmeter entschied. Murati verwandelte diesen sicher zum 1:0 für den USV. Murati hätte gegen die harmlosen Zürcher wenige Minuten später den Sack zu machen können, doch vergab er nach Zuspiel von Kühne am Fünfereck kläglich. Stattdessen kam auf der Gegenseite Radovic zu einer grossen Kopfballchance, freistehend aus nächster Distanz (37.), doch landete der Ball über dem Tor. Und auch Ardito kam eine Minute später nach einem Solo zur nächsten Grosschance für die Zürcher. Sein Schrägschuss konnte Torhüter Armando Majer noch über die Latte lenken. Die Unterländer hätten nun eigentlich gewarnt sein müssen.

USV auch nach der Pause zu passiv

Doch auch nach dem Seitenwechsel blieb der USV zu passiv. Die Mannschaft wirkte konzeptlos und der gesperrte Topskorer Bärtsch fehlte an allen Ecken und Enden. Die Unterländer konnten kaum Akzente setzen und blieben dem Publikum einiges schuldig. Mittelfeld und Sturm harmonierten überhaupt nicht, sodass auch im zweiten Abschnitt von den Unterländern kaum Gefahr ausging. Dennoch schien die Mannschaft dank einer sattelfesten Abwehrleistung den knappen Vorsprung  über die Zeit zu bringen. Doch ein raffinierter Freistossball, knapp und flach an der „Maurer“ und schliesslich am langen Pfosten vorbei, gab Thalwil nochmals Auftrieb. Und wirklich, fünf Minuten vor Ablauf der regulären  Spielzeit zappelte der Ball zum 1:1 in den Maschen. Ein Ausgleich der durchaus verdient war. Die Thalwiler jubelten und den Unterländern lief die Zeit davon um das Resultat noch umbiegen zu können.

Herbert Marxer (hem) Liechtensteiner Vaterland

USV nur mit einem 1:1 im Heimspiel gegen Thalwil

Fussball Der USV Eschen/Mauren kam im Heimspiel gegen den Tabellennachzügler Thalwil nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Das Tor der Unterländer schoss Medin Murati mittels Penalty.

Von Elred Faisst  LIECHTENSTEINER VOLKSBLATT

«Das war die schlechteste Leistung meiner Mannschaft in dieser Saison. Wir haben keine Zweikämpfe gewonnen. Alles was wir sonst so gut gemacht haben, hat gegen Thalwil gefehlt. Das war ein Spiel zum Vergessen», so der sichtlich enttäuschte USV-Trainer Erik Regtop, dem gegen Thalwil aber einige wichtige Akteure fehlten, vor allem in der Offensive.

Reduzierte Fussballkost

Zu Beginn lief bei beiden Mannschaften kaum etwas zusammen, die Fans im Sportpark bekamen nur reduzierte Fussballkost vorgesetzt. Erst in der 23. Minute gab es nach einer Willi-Flanke so etwas ähnliches wie Torgefahr, aber Thalwil-Goalie Kessler schnappte sich das Spielgerät vor dem heranstürmenden Murati. Als Simon Kühne im Thalwil-Strafraum gelegt wurde, gab es zu recht Elfmeter, den Medin Murati sicher in die linke untere Ecke verwertete (31.). Wer glaubte, dass der USV jetzt befreiter aufspielen würde, sah sich getäuscht. Nur kurz nach dem Führungstreffer kam Thalwils Omerovic aus kurzer Distanz zum Kopfball, der aber knapp über das Gehäuse von Armando Majer ging – Glück für die Unterländer. Als Ardito auch noch alleine auf das Tor marschierte, drohte wieder der Ausgleich. Aber Majer parierte den Schuss aus spitzem Winkel stark.

Verdienter Ausgleich für Thalwil

Auch nach der Pause blieb Thalwil besser, Omerovic setzte einen Freistoss knapp neben den rechten Pfosten. Bei einem Freistoss-Trick der Gäste sah die USV-Abwehr erneut schlecht aus, der Ball verpasste das Tor aber letztlich um ein paar Zentimeter. Eine Minute vor dem Ausgleich kam Cedric Chevalley in einem Laufduell mit Torhüter Kessler knapp zu spät. Das 1:1 war am Ende hochverdient, der eingewechselte Dogan nutzte eine weitere Unsicherheit in der USV-Abwehr zum Treffer für Thalwil (85.). Ein Kuriosum gab es in der Nachspielzeit, Thalwil-Trainer Marco Bolli wechselte sich für die letzten Sekunden noch selbst ein.
Die Enttäuschung über die verlorenen Punkte stand nicht nur Trainer Erik Regtop ins Gesicht geschrieben, auch die USV-Spieler verharrten lange auf dem Platz – wohl über die Ursachen der schlechten Leistungen sinnierend. Für den USV wird es nun schwer, die Relegationsspiele noch zu erreichen. Vier Runden vor Saisonende fehlen vier Punkte auf den zweiten Tabellenplatz, den derzeit der FC Tuggen innehat.

Telegramm:

Sportpark, 400 Zuschauer. Schiedsrichter Markus Schelb assistiert von Linda Schmid und Pascal Schuler.  

USV Eschen/Mauren: A. Majer; Schmid, Thöni, Kavcic, Sonderegger, M. Willi, Gubser (87. Bleisch), Ospelt (43. Meier), Kühne, Murati, Gadient (59. Chevalley).
FC Thalwil: Kessler; Aydin (73. Dogan), Ferriccho, Chassanidis, Maurer, Cisse (54. Egger), Omerovic, Del Pilato, Mukinisa (93. Bolli), Ardito, Radovic

Tore: 31. Murati 1:0 (Penalty), 85. Dogan 1:1 

Gelbe Karten: Murati bzw. Del Pilato, Omerovic, Maurer, Ferriccho.
Bemerkungen: USV ohne Lüchinger, Lehmann, Bärtsch, Wolfinger, Menzi, Fässler, Quintans, Alder. Thalwil ohne Vasilj, Loue, A. Murati.

 

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