Halbfinal FL1 Aktiv Cup

von Herbert Marxer

Bild: Eddy Risch

 FCV STEHT NACH ZÄHEM SIEG IM FINALE

Favoritensieg Der FC Vaduz hat im Liechtensteiner Cup-Halbfinale die Hürde USV Eschen/Mauren mit grössten Schwierigkeiten gemeistert und siegte mit 0:2 (0:2)-Toren. Von Niederhäusern (34.) und Muntwiler (41.) skorten für den Favoriten.

Ernst Hasler

ehasler@medienhaus.li (Liechtensteiner Vaterland)

Fussball, Cup. Es war kein Selbstläufer- allerdings hätte man sich gewünscht, dass der Underdog eine seiner zahlreichen Torchancen genutzt hätte, um noch mehr Spannung in den Cupfight zu bringen. Letztlich spulten die Profis im zweiten Abschnitt die 0:2-Führung über die Runde und stehen mittlerweile 24 Jahre in Folge im Liechtensteiner Cupfinale.

Nach zähem Start lebte der FCV erneut Effizienz

Der grosse Favorit ging doch noch vor dem Seitenwechsel in Führung: Einen langgezogenen Göppel-Flankenball erreichte von Niederhäusern - USV-Keeper Schatzmann zögerte - , der traf mittels Halbvolley-Aufsetzer (0:1). Und schliesslich lebte der FCV erneut Effizienz vor: Ein Flankenball landete über Umwege bei Muntwiler, der die Übersicht behielt und trocken einschob (0:2). Nach einem langen Abtasten hätte zuvor Chevalley beinahe von einem fatalen Abspielfehler von USV-Mittelfeldspieler Wolfinger profitiert; der FCV-Jungspund traf aber nur die Lattenunterkante (14.).

Nachdem der Föhn etwas gedreht hatte, der USV mit dem Wind im Rücken spielen konnte, kam auch die erste USV-Grosschance: Giger erlief sich einen langen Ball, Torhüter Siegrist zögerte, doch Gigers Heber landete auf dem Tordach (23.). Ein Tor des Aussenseiters hätte dem Halbfinal-Spiel bestimmt gutgetan, doch fehlte dem USV-Angriff die Kaltschnäuzigkeit.

USV wesentlich mutiger, aber ohne Abschlussglück

In der zweiten Halbzeit setzte der Underdog die ersten Ausrufezeichen, weil er wesentlich aggressiver auftrat als vor dem Pausentee: Zuerst narrte der auffällige Giger die FCV-Abwehr, doch sein Flachschuss von der Strafraumgrenze verfehlte den Kasten (46.). Als er an der Mittellinie wahrnahm, dass Torhüter Siegrist zu weit vor dem Tor postiert war, zog er ab, doch seinen 50-m-Schuss lenkte Siegrist zur Ecke (58.). Diese Aktionen verliehen dem USV mehr Mut, die frecher nach vorne kamen und auch weitere Torchancen kreierten. Bärtsch schoss zweimal zentral (64./75.), Wolfinger wurde in bester Position im Strafraum geblockt (65.) und ein Kavcic-Kopfball war zu hoch angesetzt (66.). Und der USV gab sich bis zum Abpfiff nicht geschlagen: Nachdem Wolfinger an Siegrist gescheitert war, setzte Quintans den Abpraller an den Aussenpfosten (90.).

Der FCV kam nur noch sporadisch nach vorne, musste wesentlich mehr Defensivarbeit verrichten, als ihm lieb war. Coulibaly scheiterte zweimal an Torhüter Schatzmann (64./71.). Und als der USV-Torhüter für einmal ausgespielt war, bereinigte Quintans den Devic-Schuss (84.). Und seine zwei weiteren Devic-Abschlüsse- ein Schlenzer (89.) und ein Kopfball (92.)- verfehlten das Gehäuse. Die FCV-Offensivspieler beteiligten sich nur noch sporadisch am situativen Pressing, überliessen teilweise die Initiative. Der FCV hatte erst 50 Stunden zuvor seinen 5:1-Sieg gegen Aarau eingefahren und schien am Ende seiner Kräfte zu sein. Beim USV zahlte sich die Systemumstellung auf ein 5-3-2 aus; es fehlte lediglich der Lucky Punch.

Regtop: «Es lag mehr drin, bin aber zufrieden»

USV-Trainer Erik Regtop zog ein positives Fazit, zumal sein Team wesentlich entschlossener aus der Halbzeit kam. «Dank des neuen Systems (5-3-2) sind wir hinten gut gestanden. Vaduz war bis zur Zone 2 - 35 m vor dem Tor - gefährlich und besass nur eine Torchance, als Wolfinger in der Vorwärtsbewegung den Ball verlor. Die riesige Chance liess Giger liegen, zwei hohe Bälle nutzten die gross gewachsenen Vaduzer, die pro Spieler einen halben Meter grösser waren, zu Toren», urteilte Regtop und ergänzte: «Wir sind frecher geworden, gewannen mehr Zweikämpfe und holten viele zweite Bälle. Wir boten ein gutes Cup-Spiel, die Zuschauer sind auf ihre Rechnung gekommen. Unter dem Strich hat das bessere Team gewonnen, obwohl wir auch noch einen Pfostenschuss verzeichneten. Es lag mehr drin. Ich bin aber zufrieden, weil ich gesehen habe, wie die Mannschaft kämpferisch aufgetreten ist und Moral gezeigt hat.» Dass es ein zähes Spiel absetzen würde, kam für FCV-Trainer Roland Vrabec nicht überraschend. «Ich hatte diese Gegenwehr erwartet, denn schliesslich haben wir vor zwei Tagen noch gegen Aarau gespielt. Ein Tag Pause ist wenig und das hat man gemerkt. Selbstverständlich haben wir viel rotiert, weshalb eine gewisse Abstimmung und der Rhythmus gefehlt haben. Deshalb hat's mich nicht gewundert, dass der USV alles probieren, aggressiv sein und sich wehren würde. Heute war wichtig, dass wir weiterkommen und keine weiteren Verletzte haben», so Vrabec. Nun sei wieder Regeneration angesagt.

 

Der USV kämpfte letztlich vergebens: Nico Thöni (rechts) im Duell mit dem Vaduzer Marco Mathys. (Foto: Michael Zanghellini)

Vaduz mit mühe im Finale - USV KÄMPFTE BIS ZUM Schluss TAPFER

Fussball Der FC Vaduz setzt sich im Halbfinalduell mit Erstligist USV Eschen/Mauren durch – und steht damit zum 59. Mal im Liechtensteiner Cupfinale. Der Challenge-League-Club siegt im Sportpark 2:0, bekundet aber einige Probleme mit dem frechen Aussenseiter.

von Marco Pescio (Liechtensteiner Volksblatt)

Der FC Vaduz hat sein Ziel erreicht: Er steht einmal mehr im Endspiel des Liechtensteiner Cups. Doch souverän war dieser Finaleinzug nicht. Der Proficlub hatte Mühe mit der kämpferischen, unbekümmerten Spielweise des USV, der in beiden Halbzeiten immer wieder gefährlich wurde. Doch trotz des enormen Aufwands blieb den Unterländern ein Torerfolg nicht vergönnt. In der 23. Minute hätte der auffälligste USV-Akteur, Michael Giger, den Erstligisten gar in Führung bringen können. Sein Lupfer über Benjamin Siegrist, der Stammkeeper Peter Jehle vertrat, landete jedoch auf statt im Gehäuse. Und auch Gigers weitere Möglichkeiten, unter anderem mit einem Weitschuss aus grosser Distanz, blieben ohne Erfolg. In der Schlussphase scheiterte zudem Sandro Wolfinger aus bester Position (aber mit dem schwächeren Fuss) an Siegrist, ehe Ivan Quintans im Nachschuss nur den Pfosten traf.
Der FC Vaduz trat da weitaus effizienter auf. Nils von Niederhäusern verwertete die zweite richtige Chance in der 34. Minute zum 1:0. Die erste gute Möglichkeit hatte der überraschend in die Startelf beorderte Youngster Cedric Chevalley vergeben, als er nur die Lattenunterkante traf (14.). Kurz vor der Pause war es dann Kapitän Philipp Muntwiler, der zum 2:0 einschob. Dies nur zwei Minuten bevor er eigentlich vom Platz hätte fliegen können (oder müssen). Nach einem Tackling von Nico Thöni hatte er sich zu einer Tätlichkeit hinreissen lassen, doch Schiedsrichter Luca Gut beliess es – zum Entsetzen der USV-Anhänger – bei einer Gel­-ben Karte. Es war bei Weitem nicht die einzige hitzige Szene in dieser intensiv geführten Halbfinalpartie, in der beide Teams nicht in Bestbesetzung antraten. Während beim FCV einige Spieler im Hinblick auf das Duell mit Neuchâtel Xamax vom Freitag (20 Uhr) geschont wurden, verzichtete auch USV-Trainer Erik Regtop auf ein paar Akteure, die im Normalfall zum Stamm gehören. Wohl auch, weil die Meisterschaft bei Abstiegskandidat USV klare Priorität hat.

In der Schlussphase «ebenbürtig»

Gleichwohl verkaufte sich der Tabellenletzte der 1. Liga Gruppe 3 sehr gut. Der überzeugende Auftritt gegen den FCV, vor allem eine starke Phase in der zweiten Halbzeit, dürfte den Unterländern für die kommenden schwierigen Wochen zusätzlichen Auftrieb geben. Mittelfeldspieler Sandro Wolfinger meinte nach Abpfiff: «Ich fand, wir waren in den letzten 20 Minuten ebenbürtig. Wenn es da erst 0:1 gestanden oder wenn ich meine Chance in der 90. Minute verwertet hätte, dann wäre es wohl noch einmal richtig spannend geworden.» In der ersten Halbzeit habe man aber den Unterschied zum Höherklassigen schon gesehen. «Da hat man gemerkt, dass sie mit viel Selbstvertrauen aus der Meisterschaft kommen – und wir eben mit wenig.»
Beim FC Vaduz wird man diese Cuppartie – nach einer Leistung, die zwar ausreichte, aber dennoch sehr bescheiden war – umgehend abhaken. Abgesehen von den beiden Torerfolgen war in dieser Begegnung mit dem USV nicht viel mehr Erbauliches dabei. Doch das interessierte nach Spielschluss niemanden. Die Vorgabe war erfüllt, das Finalticket in der Tasche.

  Telegramm:

USV Eschen/Mauren I - FC Vaduz 0:2 (0:2)

Sportpark Eschen/Mauren, Eschen. 450 Zuschauer. Schiedsrichter Luca Gut (Sz), assistiert von Mirco Bürgi und Pascal Hirzel (Sz). USV Eschen/Mauren II: Schatzmann; Baumann, Martinovic, Quintans, Kavcic, Kieber (ab 60. Menzi); Wolfinger, Thöny, Willi; Pola (ab 60. Bärtsch), Giger. FC Vaduz: Siegrist; Bühler, Puljic, Borgmann; Von Niederhäusern, Muntwiler (ab 57. Konrad), Kamber (ab 86. Gajic), Göppel; Mathys; Chevalley (ab 56. Coulibaly), Devic. Tore: 0:1 34. Nils von Niederhäusern; 0:2 41. Philipp Muntwiler. Bemerkungen:

USV Eschen ohne Knuth, Fässler, Coppola, Kardesoglu, Kuzel (verletzt) und Peters (Schonung). Vaduz ohne Jüllich, Felfel, Babic (verletzt), Ciccone, Burgmeier und Schirinzi (krank). Chevalley traf die Lattenunterkante (14.). Pfostenschuss von Quintans (90.). Verwarnungen für Muntwiler (42. - Tätlichkeit), Kamber (47. - Reklamieren), Thöny (69. - Halten) und Göppel (85. - Foulspiel). Ecken: 2:6 (0:1).

 

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